Märchen – Hänsel und Gretel – das Original ?

Frage von Jens: Märchen – Hänsel und Gretel – das Original ?
Meine 8 jährige Tochter meinte heute zu mir dass die “Hänsel und Gretel”-Geschichte der Gebrüder Grimm nur eine abgespeckte Version eines Originals von Werner Hartlef sei. Im gleichnamigen Original hatte Hänsel angeblich intensives Haar und war geschminkt. Darüber hinaus war das Hexenhaus auch kein Lebkuchenhaus, sondern ein RedBull-Promostand. Konnte mir daraus kein Reim machen, wusste aber nichts dagegen einzuwenden. Meine Tochter meinte, im Deutschunterricht hätten sie das besprochen. Ist nicht wahr oder ?

Beste Antwort:

Answer by Melishe
Ich würde sanft zurechtrücken, was das Original, was die Bearbeitung ist. Die Zeit, in der “Hänsel und Gretel” erstmals aufgezeichnet wurde (Grimm), kannte Red Bull noch nicht.

Im späten 20. Jahrhundert (verstärkt seit den 80er Jahren) haben moderne Autoren gerne Märchen umgeschrieben, dann gibt es auch geschminkte Hänsel und Pfefferkuchenhäuser, die Promostände sind.

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4 Kommentare zu “Märchen – Hänsel und Gretel – das Original ?”

  1. Benedikt schreibt:

    12.12.2011 um 06:04

    http://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%A4nsel_und_Gretel

    im PRINZIP hat deine Tochter schon recht. Die Brüder -erfanden- ja keine ihrer Märchen, sondern SAMMELTEN sie nur und schrieben sie auf und erzählten sie weiter.

    aber wie halt im Märchen, auch die Wirklichkeit ist oft anders, schreib ins yahoo erst auf deutsch -Original von Hänsel und Gretel- gibt es eine Version wo es herkommt, und dann schreib auf Englisch -original of Hänsel and Gretel-, und da schaut es etwas anders aus.
    Wenn so was im Deutsch Unterricht besprochen wird (Red Bull und so), tut es mir leid für die Lehrer die so einen Blödsinn verzapfen. Erkläre deiner Tochter das vielleicht der Lehrer es versucht das sehr alte Märchen ins 21.Jahrhundert zu versetzen und zu erklären mit Dingen und Situationen die wir leichter verstehen.

  2. jatzy3 schreibt:

    12.12.2011 um 06:36

    Das sind alles nur Werbegags , KIKA – ninchen (blau) Milka – Kuh (lila) , so werden die Kinder an die realität herangeführt

  3. Angeni schreibt:

    12.12.2011 um 07:11

    Das WIRKLICHE Original sollte deine Tochter besser noch nicht wissen:

    Die 35 jährige Bäckerin Katharina Schrader, gennant die Bakkerhexe, wurde 1647 in Hessen von den Geschwistern Hans und Grete Metzler erwürgt und anschließend in einem ihrer vier Öfen verbrannt. Das Verbrechen wurde aus kapitalistischen Motiven begangen. Schrader war in Besitz des Original-Rezepts des berühmten Nürnberger Lebkuchens, das Metzler – ebenfalls ein Zuckerbäcker – haben wollte. Nach einem abgewiesenen Heiratsantrag und dem gescheiterten Versuch, Schrader als Hexe zu denunzieren, sah er keinen anderen Weg, als Schrader mit Hilfe seiner Schwester zu ermorden.

    Das Märchen über Hänsel und Gretel ist einer der wenigen Geschichten, die ihre Handlung auf eine wahre Begebenheit aufbauen. Erst 1962 gelangte Georg Ossegg – ein Studienrat aus Aschaffenburg – zu der Erkenntnis, dass das Märchen über die Geschwister, die eine Hexe ermordeten, tatsächlich passiert sein musste. Durch seine Recherchen und archäologischen Grabungen konnte er beweisen, dass es sich bei der Märchenhexe um Katharina Schrader, die allen nur als “Bakkerhexe” bekannt war, handelt und wie sie verstorben war. Diesen Erkenntnissen ging die Entdeckung der Fundamente eines entlegenen Fachwerkhauses im hessischen Wald voraus.

    “Das Haus bestand nur aus einem Raum und war nicht unterkellert. Nichts, was es von tausend anderen untschieden hätte (Abb.13).
    Kein Anhaltspunkt dafür, daß die Fassade einmal mit Lebkuchen und Zuckerzeug verkleidet gewesen wäre, so wie wir es in Erinnerung haben.
    Osseg rekapitulierte: “Zwei Erwachsene stoßen, scheinbar zufällig, auf ein einsames Haus im Walde und töten die Bewohnerin. Warum?”
    War die erste eine Flächengrabung gewesen, so entschloß Ossegg sich diesmal, an verschiedenen Punkten Schächte in die Tiefe zu treiben. Wieder arbeitete er ganz allein.
    Er begann auf dem grasbewachsenen länglichen Hügel, unter dem er die Backöfen vermutete. Diese Stelle hatte er bisher ausgespart.
    Am 15. Juli siteß er hier, genau inmitten des Rundes, in etwas zwei Meter Tiefe auf ein weibliches Skelett (Abb. 15 und 16).
    Nach wenigen Metern stieß sein Spaten auf eine kleine eiserne Truhe, die mehrere schwärzliche Bruchstücke eines Lebkuchens barg, daneben Backgeräte verschiedenster Art, sowie ein handgeschriebenes Rezept (Abb. 17, 18 und 19).

    “Die ganze Wahrheit über Hänsel und Gretel” ist eine populärwissenschaftliche Abhandlung und ist bereits ein Klassiker in einer wissenschaftlichen Disziplin, die mit dem Begriff der Märchenarchäologie am besten beschrieben werden kann. Das präsentierte Foto- und Karten-Material, Quellenverzeichnisse und Literaturhinweise veranschaulichen Osseggs Beweisführung, dass die Geschichte von Hänsel und Gretel auf wahre Tatsachen beruht.

    Im Anhang der Abhandlung sind die Reaktionen von Zeitungen, Organisationen und Privatpersonen auf diese Erkenntnis gelistet. Hier ist sehr oft die Rede von Betrug, Fälschung und Niedertracht. Dies ist wohl so zu erklären, dass wir – die mit Grimms Märchen erwachsen geworden sind – die wahren Tatsachen einfach nicht verkraften können. “Mein Lebkuchentraum ist zerronnen”, schreibt ein besonders trauriger Märchenliebhaber.

    MfG

    Angeni

  4. diamanten schreibt:

    12.12.2011 um 08:09

    Das was Angeni schreibt liest sich total interessant. Ich möchte aber ein Gegenstück dazu zeigen.
    Es macht deutlich, dass diese Krimigeschichte über Hänsel und Gretel nur ausgedacht ist.
    Aber die Geschichte von der Lehrerin stimmt auch nicht. Das Originalmärchen ist in dem Sinne nicht von den Gebrüdern Grimm, denn sie haben die Märchen, die damals erzählt wurden, nur aufgeschrieben. Aber von Werner Hartlef oder Red Bull ist es auch nicht.

    “Die Wahrheit über Hänsel und Gretel” ist eine der besten Satiren, die ich kenne und ein genialer Streich des Cartoonisten Hans Traxler. Er untersucht “in strenger Wissenschaftlichkeit” den Wahrheitsgehalt des bekannten Grimmschen Volksmärchens und kommt dahinter, dass die böse Hexe im Märchen das arme Opfer und “Hänsel und Gretel” ganz verruchte Verbrecher sind…

    Ein wunderbares Buch. Wie gut durchdacht der Plot ist, wird daran deutlich, dass man zunächst nicht merkt, dass es sich hierbei um Spass und Satire handelt. Alles wirkt echt, die Darstellung der “literarischen Spurensuche”, die mit wunderbaren Illustrationen zusätzlich dokumentiert wird, so plausibel, dass die Story in der Tat “wahr” sein könnte. Die Suche des Georg Ossegg, der auf den Anhöhen des Spessart nach den Spuren “Hänsels und Gretels” sucht ist so spannend geschrieben, dass der Leser einen Moment wirklich vergisst, dass es sich hierbei nicht um echte Fakten, sondern um Satire und “den größten literarischen Jux der letzten Jahre” – so die Hamburger Morgenpost, handelt. Und dies zeigt, wie meisterhaft Traxler arbeitet. Unbedingt empfehlenswert !!!!!


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